So war der 6. Tüftler- und ForscherInnentag Baden-Württemberg am 12. November 2019

Beim 6. Tüftler- und ForscherInnentag Baden-Württemberg am Dienstag, 12. November 2019, öffneten 53 Unternehmen und Institutionen in 23 Städten ihre Türen für insgesamt fast 1.400 Kinder aus Kitas sowie Grundschulen und sensibilisierten sie für ihre Themen, indem sie die Kinder zum Mitmachen einluden.

Der Schalterhersteller Kraus & Naimer und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe zeigen, wie das geht.

Kraus & Naimer stellt Schalter her

Bei Kraus & Naimer, ein Unternehmen, das in Karlsruhe mit rund 250 Beschäftigten Lasttrenn- und Hauptschalter für den Einsatz an Maschinen herstellen, findet sich morgens eine Gruppe Erstklässlerinnen und Erstklässler aus der Drais-Gemeinschaftsschule ein. Stefanie Polzer aus der Marketingabteilung von Kraus & Naimer stattet die Kinder mit schicken blauen Warnwesten und Mützen mit Unternehmenslogo aus und führt sie durch den Betrieb.

Eine Baugruppe selbst montieren

Dabei dürfen sie viel selber ausprobieren: Die „Nachwuchskräfte“ montieren zum Beispiel eine Baugruppe, indem sie einen „Brückenträger“ in ein Gehäuse stecken, sogenannte Kastenklemmen jeweils mit einem Kontakt versehen und ebenfalls einfügen. Ivy schimpft: „Das geht immer wieder auseinander“ und reibt sich die schwitzenden Hände trocken. Schließlich hat sie es geschafft und holt sich dafür einen Stempel auf der bunten Karte, die sie um den Hals trägt.

Den Schalter umlegen – schwerer als gedacht

Beim nächsten Stopp legen die Jungen und Mädchen Schalter um. „Das ist ja leicht wie eine Feder“, lacht Clara bei den ersten Schaltern noch. Doch bei den größeren mit ihren beeindruckenden Hebeln ist Kraft gefragt. Jetzt muss sie mit beiden Händen kräftig drehen, damit der Griff seine Position ändert.

„Positive Erfahrungen mit Technik weitergeben“

Stefanie Polzer findet es wichtig, dass die Kinder früh mit technischen Themen in Berührung kommen und ihre Faszination erleben. „Wir freuen uns besonders, wenn wir Mädchen damit ansprechen können“, sagt sie. Andreas Sturm, Lehrer der Kinder, ist begeistert: „Schalter sind ja ein eher abstraktes Thema. Aber Kraus & Naimer hat sich viel einfallen  lassen, um es den Kindern nahe zu bringen. Sie werden Schalter sicherlich künftig mit anderen Augen sehen.“ Auch er selbst sei beeindruckt, was sich alles hinter einem vermeintlich kleinen Bauteil verberge.

Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) zeigen Betriebshof

Nebenan bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) nimmt Pascal Soliga aus der Personalabteilung ebenfalls eine Gruppe Erstklässlerinnen und Erstklässler aus der Drais-Gemeinschaftsschule in Empfang. Beim Rundgang durch die Werkstatt erfahren die Kinder zum Beispiel, dass Straßenbahnen Sand nutzen, um die Bremswirkung zu verstärken. Trotzdem liege der Bremsweg der etwa 60 Tonnen schweren Gefährte bei 35 bis 40 Metern!

Einen eigenen Metallwürfel fertigstellen

Nach dem kurzen Rundgang geht’s in die Lehrwerkstatt. Dort haben die Auszubildenden, angehende Feinwerkmechaniker und Elektroniker, bereits Metallwürfel vorbereitet. Auf drei Seiten zeigen Messingpunkte Zahlen an, die anderen Seiten sind noch leer. Jedes Kind darf nun einen eigenen Würfel fertigstellen. Wie aufwändig das ist, merken die Kinder schnell: Punkte anreißen (d.h. einzeichnen) und diese Stellen körnen (d.h. mit dem sogenannten Körner und einem Hammer eine kleine Vertiefung herstellen), mit einer großen Bohrmaschine dort Löcher bohren, Messingstifte in die Vertiefungen hämmern und überstehende Stifte an der Drehmaschine abdrehen. Ramon sagt: „Das Bohren macht am meisten Spaß.“ Ausgestattet mit einer Schutzbrille und für bessere Sicht auf einer Kiste stehend, darf er den Bohrer anstellen und mit einem großen Hebel selbst auf das Werkstück absenken. Sein „Assistent“ benetzt die Bohrstelle unterdessen fortwährend mit Kühlschmiermittel. „Sonst wird es zu heiß“, erklärt er. Nach getaner Arbeit kleben am Bohrer einige „Metalllocken“, die Ramon mit einem kleinen Besen entfernt, bevor er das nächste Loch in Angriff nimmt.

Fräsmaschine produziert Fisch-Anhänger mit Namen

Andere Kinder stehen unterdessen an der CNC-Fräsmaschine (CNC = Computerized Numerical Control). Sie sägt computergesteuert für jedes Kind einen kleinen Fisch-Schlüsselanhänger aus Metall aus und graviert einen gewünschten Namen ein. Da die Maschine in einer Kabine arbeitet, können sich die Jungen und Mädchen die Nasen gefahrlos an der Scheibe plattdrücken und zuschauen, wie die Fräse wie von Zauberhand die korrekte Form herstellt, ihr Werkzeug wechselt und den Schriftzug graviert. Nur entgraten und schleifen müssen die Kinder noch selbst.

Kinder können besondere Fähigkeiten zeigen

Sabine Heiber, Konrektorin der Drais-Gemeinschaftsschule, besucht die VBK bereits zum zweiten Mal mit einer Kindergruppe. Sie findet das Angebot sehr wichtig und berichtet von einem Schlüsselerlebnis: „Letztes Jahr hatten wir einen Jungen dabei, der in der Schule kaum stillsitzen kann und entsprechend oft ermahnt wird. In der VBK-Lehrwerkstatt war er wie verwandelt - ganz konzentriert und begeistert bei der Arbeit. Ich musste ihn kein einziges Mal zur Ordnung rufen.“

Fischertechnik-Workshop im element-i Bildungshaus Karlsruhe

Das element-i Bildungshaus Karlsruhe, das Krippe, Kita, Grund- und weiterführende Schule in einem Haus vereint, erhält währenddessen Besuch aus der Kita Wirbelwind. Lehrer Stefan Schwarz, der sonst Fischertechnik-Workshops für seine Schulkinder durchführt, bietet heute einen Anfänger-Kurs für das Konstruktionstechnik-Baukastensystem an. „Die Kinder können hier erste Erfahrungen mit Fischertechnik machen und ausprobieren, wie das funktioniert“, sagt er. Murmelbahnen sind heute das Thema. Niklas hat seine bereits fast fertig. „Jetzt soll noch ein Looping dran“, sagt er. Doch egal, welche Steigung er seinem Looping verleiht, die Kugel hat einfach nicht genug Schwung. Er müsste seine Bahn noch einmal komplett umbauen, um das zu ändern. Doch jetzt ist Mittagessenzeit und die Kinder gehen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern in der großen Schulmensa zum Essen – toll!

Tüftler- und ForscherInnentag auch 2020

Die Aktionen bei Kraus & Naimer, den VBK und im element-i Bildungshaus sind nur drei Beispiele von 53, die es am 6. Tüftler- und ForscherInnentag für Kinder zu erleben gab.

„Der Aktionstag ist für alle Beteiligten etwas ganz Besonderes. Es zeigt sich: Wer einmal dabei ist, ist es immer wieder“, sagt Denise Meyer von der element-i Bildungsstiftung, die den Tag koordiniert.

Unternehmen und Institutionen, die 2020 mitmachen möchten, können sich bereits jetzt dafür anmelden.

Die element-i Bildungsstiftung dankt den beteiligten Unternehmen und Einrichtungen

Stuttgart

                                                      

Karlsruhe

                        

Andere Standorte

Aalen

Fellbach

 

Filderstadt

Freibug i. Br.

 

Friedrichshafen

Göppingen

Heilbronn

Leutenbach

Malsburg-Marzell

Mannheim

 

Marbach

Neidlingen

Nürtingen

Ohlsbach

Plochingen

Remshalden

Reutlingen

Schorndorf

Sindelfingen

 

Trochtelfingen

 

Waiblingen

Waldkirch

Winnenden

 

 



Kitas, Grundschulen, Unternehmen, Spezialisten - Wir suchen MI(N)Tmacher!

Unser Ziel ist es, den Tüftler- und ForscherInnentag weiter wachsen zu lassen. Wir wünschen uns, im kommenden Jahr noch mehr Kinder die Chance zu geben, spannende Einblicke in Unternehmen, Museen, wissenschaftliche Einrichtungen und Berufsschulen zu erhalten. Dafür sucht die element-i Bildungsstiftung bereits jetzt wieder MI(N)Tmacher

Unternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen, Museen und Berufsschulen können sich bereits online anmelden.

Das Programm für die Grundschulen und Kitas wird im Herbst 2020 auf unserer Website veröffentlicht. Natürlich können sich interessierte Einrichtungen bereits jetzt bei uns vormerken lassen. Nehmen Sie dafür gerne Kontakt mit uns auf.

Ihre Ansprechpartnerin

Denise Meyer
Projektkoordination
+49 (0) 711 656960-36
E-Mail


Nächster Tüftler- und ForscherInnentag:
10. November 2020

Anmeldung für Kooperationspartner*innen

(Unternehmen und Organisationen - Anmeldefrist bis 04. September 2020)



Schirmherrschaft